Der richtige Zeitpunkt zum Vertikutieren und Lüften des Rasens

Den richtigen Zeitpunkt für das erste Vertikutieren im Frühjahr bestimmt das Wetter. Aus diesem Grund lässt sich der ideale Termin nicht genau planen. Die Gegebenheiten am Bodensee können sich von denen in Hamburg deutlich unterscheiden. Ausschlaggebend ist der aktuelle Zustand des Rasens im eigenen Garten. Auch zwei Gärten nebeneinander können völlig unterschiedliche Bedingungen aufweisen.

Geeignete Temperaturen zum Vertikutieren

Wir empfehlen, erst dann zu vertikutieren, wenn der Rasen intensiv wächst. Je früher man vertikutiert, desto länger dauert es, bis sich der Rasen wieder erholt. Grund dafür ist die Tatsache, dass niedrige Temperaturen des Bodens, aber auch der Luft das Wachstum bremsen, so dass der Rasen langsamer Wurzeln bildet und nachwächst. Die Regeneration dauert dann unnötig lange. Daher sollte man besser warten, bis der Boden in ca. 5 cm Tiefe mindestens 10°C, im Idealfall 12°C und mehr hat. Dann wird der Rasen nach dem Eingriff schneller grün. Die Temperatur kann mit dem Stechthermometer gemessen werden.


 

Vertikutierer Swardman

Wer im Herbst ordentlich vertikutiert hat, muss sich jetzt nicht beeilen. Wichtig ist, den Rasen leicht zu mähen und gut zu düngen, damit er schön zu wachsen beginnt. Im Frühjahr sollte ca. in der zweiten Aprilwoche erstmals vertikutiert werden, in Abhängigkeit vom aktuellen Wetter und den Bedingungen vor Ort ggf. auch später.

Was geht dem Vertikutieren voraus?

Vor dem ersten Vertikutieren wird auch Moos entfernt. Gewöhnlich reicht aus, das Moos ein paar Tage vor dem Eingriff mit Moosentferner, wie Mogeton oder Mechstop, zu behandeln. Das Moos wird braun und stirbt ab. Gewöhnlich ist dort am meisten Moos anzutreffen, wo im Winter keine Sonne hinkam. Wir empfehlen aber, präventiv Saisondünger und am Ende der Saison Herbstdünger Autumn auszubringen. Bei Einhaltung dieser Verfahrensweise muss der Rasen später nicht mit Chemie behandelt werden.

 

Schlitz im Rasen nach Vertikutieren

3 bis 5-Regel: Vertikutieren 3- bis 5-mal im Jahr bis zu einer Tiefe von 3 bis 5 mm

Wird der Rasen drei- bis fünfmal pro Jahr vertikutiert, muss das Vertikutieren im Frühjahr nicht kreuzweise bzw. einmal in Längs- und einmal in Querrichtung durchgeführt werden. Bei dieser Art des Vertikutierens handelt es sich um einen recht drastischen Eingriff, wenn der Rasen nicht wirklich ausreichend dicht und verfilzt ist. Aus einem dünnen Rasen entfernt intensives Vertikutieren sämtliches Unkraut, der Rasen wird optisch licht und bietet ein unschönes Bild. Daher ist ratsam, mit dem Vertikutieren auch Grassamen nachzusäen.

Die Messer des Vertikutierers sollten die Grasnarbe 3-5 Millimeter einritzen, ein tieferes Vertikutieren schadet dem Rasen. Das Vertikutieren erfolgt bei möglichst hohen Drehzahlen, damit die Messer korrekt schneiden und nicht an der Grasnarbe reißen.

 

Vergleich der Vertikutierer
 

Rasenfilz nach dem Vertikutieren entfernen und kompostieren

Fällt beim Vertikutieren sehr viel Rasenfilz an, harkt man diesen am besten mit einem Fächerbesen mit Kunststoffzinken zusammen und reinigt anschließend mit Hilfe der Rasenlüfter-Kassette, die alle verbliebenen Reste aufnimmt, nach. Der Rasenfilz eignet sich besonders gut zum Kompostieren. Nach dem Regenerieren muss nur noch regelmäßig gemäht und die ganze Saison über gedüngt werden.


 

Herausharken von Gras nach Vertikutieren

Wann sollte nicht vertikutiert werden?

Jeder Eingriff zur Regenerierung des Rasens sollte unter der Prämisse erfolgen, dass es dem Rasen zum Vorteil gereicht. Einem feuchten Rasen würde Vertikutieren schaden. Ist der Rasen eher trocken, klebt er nicht und kann mehr Filz herausgeschnitten werden. Der Rasen darf aber auch nicht völlig hart sein, dann würden die Messer nicht greifen und das Gerät förmlich über den Rasen springen. Auch muss der Rasen nicht immer ganzflächig angeritzt werden. Dünne und schwache Stellen lässt man besser aus.

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