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Kommentar: Rasenmäher Test (nach der Zeitschrift dTest) – verbrennen Sie ihn im Offen

Nach gewisser Zeit kam ich zu einem Kommentar des Sichelmähertests in der Märznummer von dTest. Einleitend muss ich sagen, dass es sich um einen Vergleich von Rasenmähern handelt, die zum Zerhacken von Papier bestimmt sind (Erklärung hier).
Kommentar: Rasenmäher Test (nach der Zeitschrift dTest) – verbrennen Sie ihn im Offen

Zu Beginn äußere ich mich kurz zur Gliederung der Bewertung in Kategorien – Mähen 50%, Bedienung 25%, Benutzeranweisungen 5%, Lärmentwicklung 5%, Kraftstoffverbrauch 5%, Verarbeitung 5% und Ausstattung 5%. Die Prozente stellen die Gewichtung der Parameter für das Gesamtergebnis dar. Das heißt also, wenn ein Rasenmäher eine vermurkste Schweißnaht an der Radwelle hat und das Rad beim fünften Mähen abfällt, dann hat das in der Gesamtbewertung nicht mehr Einfluss als 5%. Für den Benutzer bedeutet das jedoch, dass er den Rasenmäher aufladen, in die Werkstatt fahren und reklamieren muss, dann wartet er, bis seine Reklamationerledigt wird, inzwischen muss er einen Ersatz-Rasenmäher beschaffen, dann seinen Rasenmäher abholen und mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Ergebnis in dem Sinn anhören, dass der Rasenmäher im Widerspruch zur Gebrauchsanleitung betrieben oder übermäßig benutzt wurde. So wie das zum Beispiel die Marke Hecht macht (in der Gesamtbewertung an dritter Stelle). Und dann hat der Rasenmäher 4 Räder…

Wenn also die Benutzeranweisungen und die Verarbeitung des Rasenmähers die gleiche Gewichtung von 5% haben, dann entspricht dies nicht vollständig der Sichtweise des Kunden. Ist für Sie die Qualität der Gebrauchsanleitung ebenso wichtig wie die Qualität, in der der Rasenmäher hergestellt ist? Bezahlen Sie für die Qualität der Anleitung oder für die Qualität des Rasenmähers?

Ob das Mähen 50% oder 70% haben soll, ist individuelle Ansicht. Ob ich den Rasenmäher für mich kaufe oder für den Rasen, sind zwei völlig verschiedene Blickwinkel. Kaufe ich den Rasenmäher für mich (für meinen Komfort), so würde ich die Prozente etwa so aufteilen: Bedienung 50%, Verarbeitung 20 %, Mähen 20%, Sonstiges 10%.

Kaufe ich jedoch den Rasenmäher für meinen Rasen, dann würde ich die Prozente so aufteilen: Mähen 50%, Verarbeitung 30%, Bedienung 10%, Sonstiges 10%.


Es genügt also, leicht die Gewichtung zu ändern, und sofort ändert sich die Platzierung der Rasenmäher. Deshalb sollten Sie die Bewertung der einzelnen Parameter gründlicher betrachten als das Gesamtergebnis des betreffenden Rasenmähers.


Was nützt mir ein Test von 11 Rasenmähern, wenn die beiden Modelle John Deere und Sabo ein und dasselbe sind, hergestellt in einer Fabrik. Das ist so, als würden in einem Test für Mittelklassewagen ein Škoda Octavia und ein Seat Toledo verglichen werden, wo doch beide aus den gleichen Teilen gefertigt werden und sich nur in Details unterscheiden. Da kann ich gleich noch einen Škoda Octavia Combi und Scout aufnehmen… Und seltsamerweise würden bei diesen Autos ähnliche Ergebnisse herauskommen und wenn der Test so gestaltet ist, kann es sein, dass von 11 Plätzen die ersten sechs gerade Octavia und Toledo in verschiedenen Versionen belegen. Also John Deere und Sabo ist ein und dasselbe (mehr über die Verflechtung beider Marken hier). Damit will ich nicht die Qualität dieser Produkte anzweifeln, sondern die Qualität der Testergebnisse von dTest.

Wenn die Tester davon ausgehen, dass jeder Rasenmäher alle Rasenarten in hoher Qualität zu mähen imstande sein soll, dann sind wir auf des Pudels Kern gestoßen, weshalb man sich nicht blind nach den Testergebnissen richten kann. Wer von uns hat zu Hause alle Rasenarten – richtig angelegte, regelmäßig gepflegte, hohe, in Horsten wachsend, mit Unebenheiten, zum Mulchen? Wer alles will, bekommt am Ende nichts! Gewöhnlich haben wir einen Rasen, an dem uns wirklich gelegen ist und manche haben noch einen zweiten Rasen irgendwo weiter vom haus entfernt, an dem ihnen nicht so viel liegt. Niemand sucht einen einzigen Rasenmäher für alle Arten Rasen.


Deshalb empfehle ich gesonderte Tests für Rasenmäher nach den Rasenkategorien, und von denen haben wir nach der technischen Norm vier (Zierrasen, Spiel- und Freizeitrasen, Sportrasen und Landschaftsrasen – Näheres hier). Es genügen also vier Tests, wir erhalten vier Sieger und vier Kategorien zufriedener Kunden (und Händler).


Wenn wir uns bei der weiteren Analyse des Tests mit den einzelnen Teilbewertungen beschäftigen, so würde mich interessieren, welche Gewichtung die einzelnen Punkte haben. Bei der Kategorie Mähen etwa kann doch nicht die Qualität des Mulchens genauso wichtig sein wie die Mähqualität bei einem normalen Rasen! Sollten sie die gleiche Gewichtung haben, dann nehmen Sie den Test zum Feuer anmachen, denn er taugt zu nichts Anderem.

Dasselbe gilt für die Kategorie “Bedienung”, es kann doch nicht der Zusammenbau des Rasenmähers (was ich nur einmal nach dem Kauf mache) genauso wichtig sein wie das Starten, was ich vielleicht 100x im Jahr mache.

Und so könnte ich noch fortfahren und zur Bewertung der einzelnen Modelle komme ich gar nicht. Das war schließlich auch nicht mein Ziel. Um objektiv die einzelnen Modelle bewerten zu können, müsste ich sie unter einheitlichen Bedingungen erproben. Das habe ich nicht getan und deshalb endet hier meine Analyse.

Ob es nun Rasenmäher oder Waschmaschinen oder Käsesorten sind, man sollte zu allem viel mehr Einzelheiten kennen, als von dTest veröffentlicht werden. Wer dTest liest, will die ungeschminkte Wahrheit kennen und nicht eine geglättete Vereinfachung. Leider weckte zumindest der Test der Benzin-Rasenmäher bei mir den Verdacht, dass der Test tendenziell angelegt und ausgeführt wurde. Weshalb wage ich, das zu behaupten?

Übergehen wir einmal, dass es auch Spindelmäher mit Benzinmotor gibt, die im Test mit keinem Wort erwähnt werden. Doch widmen wir uns dem redaktionellen Stil des Tests. Die Überschrift auf der Titelseite verkündet „Ein guter Rasenmäher kostet nicht viel“ und dazu das große Foto eines Hecht-Rasenmähers (wenn auch ohne Logo), der im Test als Dritter abschnitt – eine gute Bewertung ist bei mir eine 3, wie in der Schule. Die Überschrift ist tendenziell, denn der Test soll nicht den Preis bewerten und das tut er auch nicht, sondern nur die Qualität. Es sollte dem Verbraucher überlassen werden, für welche Qualität er bereit ist, welchen Preis zu zahlen und es sollte ihm nicht einsuggeriert werden, dass er sich gute Qualität für einen geringen Preis erlauben kann.

Die Einleitung zum Test selbst lautet wie folgt (wieder unterstützt durch ein Riesenfoto mit einem Hecht-Rasenmäher): “Die Qualitätsunterschiede der Rasenmäher sind nicht so erheblich wie die Preisunterschiede. Den Testsieger kann man für nicht ganz dreißigtausend Kronen (1100 EUR) erwerben, praktisch die gleichen Leistungen hat auch ein Modell für siebentausend (270 EUR). Praktisch alle getesteten Rasenmäher waren sehr laut und hatten einen hohen Kraftstoffverbrauch.”

Das erste, was wir klären sollten, was meint der Verfasser mit Leistung? Die Motorleistung. Ja, die ist bei diesen drei ersten gleich – 2,4 kW. Doch wissen wir alle, dass der Motor selbst den Rasen weder gut noch schnell mäht, besonders, wenn es im Test einen Rasenmäher mit 2,6 kW gibt, der in der Bewertung den vorletzten Rang einnahm. Meint der Autor mit Leistung die Mähgeschwindigkeit? Bei John Deere 1,9-4,4 km/h und bei Hecht 3,2 km/h. Der John Deere bietet dem Benutzer also unvergleichlich mehr, nicht nur eine deutlich größere Höchstgeschwindigkeit, sondern auch die Möglichkeit, die Geschwindigkeit nach Bedarf in einem breiten Bereich zu wählen. Die Mähgeschwindigkeit konnte er also auch nicht meinen. Meinte er vielleicht die Schnitthöhe? John Deere 20-80 mm und Hecht 30-75 mm und der letzte Husqvarna 20-91 mm. Dieser Parameter konnte als auch nicht gemeint sein.

In einem roten Kasten geht die Einleitung mit einem Guten Rat weiter: “Fast ohne Beanstandungen absolvierte der Rasenmäher John Deere R47VE den Test (sehr gut 28 500 CZK – 1196 EUR). Hervorragendes Aussehen des Rasens gleich nach dem Mähen und drei Tage danach, problemloser Lauf auch im Gelände, bequeme Bedienung… Die größte Attraktion und Gewinner im Preis/Leistungsverhältnis ist jedoch das Modell Hecht 548SW 5 in 1 (gut, 7000 CZK – 270 EUR). In der Leistung ist dieser Rasenmäher praktisch vergleichbar mit den Modellen John Deere und Sabo. Seine Bedienung ist sehr einfach, er lässt sich leicht handhaben und mit seinem Preis gehört er zu den günstigsten unter den getesteten Geräten.”


Der Verfasser meint mit Leistung also den Gesamtgebrauchswert des Rasenmähers. Einen Gebrauchswert, bei dem die Lesbarkeit der Gebrauchsanweisung ebenso wichtig ist wie das Starten, oder das Mulchen wie das Mähen von normalem Gras?


Das Wort “praktisch” vereinfacht hier die ganze Problematik zu der Behauptung „die Rasenmäher sind gleich, kaufen sie den billigen”. Und mit dieser Botschaft des angeblich so renommierten Verbrauchertests kann ich nicht einverstanden sein. Wenn die Zeitschrift dTest mit einer Subvention von 5,7 Millionen CZK aus den Mitteln des Ministeriums für Industrie und Handel finanziert wird, also mit dem Geld der Verbraucher, ist es völlig unannehmbar, dass dTest ihre Tests derart ausführt und derart vereinfachte Ergebnisse präsentiert und sich dazu noch ihrer Unabhängigkeit rühmt.

Wenn jemand ohne Rücksicht auf den Preis sagen will, dass es egal sei, ob Sie sich als Rasenmäher den deutsch-amerikanischen John Deere – Sabo oder den tschechisch-chinesischen Hecht kaufen, dann hat er bei mir ausgespielt. Und zwar nicht nur beim Rasenmäher-Test, sondern bei allen Tests…

Diese Analyse habe ich mir in einem Fachgebiet erlaubt, von dem ich etwas verstehe. Ich selbst hatte in meiner Diplomarbeit einen Vergleich von Maschinen für die Golfplatzpflege nur aufgrund ihrer technischen Parameter anzustellen. Und ein Golfplatz hat 6 Rasentypen. Ohne Erfahrungen und ohne technische Voraussetzungen habe ich eine eigene Methodik erdacht, die transparent und wesentlich professioneller als bei dTest war. Meine Diplomarbeit habe ich mit Ausgezeichnet verteidigt und die Bewertungsmethodik der Rasenmäher lobte auch Prof. František Hrabě sehr – der Guru der tschechischen Rasenfachleute.

Vielleicht kommt einmal die Zeit, in der auch Spindelmäher an einem Test teilnehmen und wenn ich einen solchen Test analysieren würde, würden das viele Leser als tendenziell ansehen. Deshalb wollte ich hier auch den Laien am Beispiel der Spindelmäher aufzeigen, dass jeder seinen eigenen Vergleich anstellen und auswerten sollte. Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sein wollen, müssen Sie für Ihre Entscheidung selbst Verantwortung übernehmen und sollten sich nicht blind auf “unabhängige” Tests verlassen, die entweder nicht unabhängig oder nicht professionell sind.

Der aufmerksame Leser macht sich selbst ein Bild, das der Marke dTest kaum zum Vorteil gereicht. Der Testgewinner John Deere wurde im Grunde geschädigt, denn er muss im Vergleich zu Hecht als überteuerter Rasenmäher angesehen werden.

Wenn Hecht einen so “hervorragenden Rasenmäher für alles” zum Preis von 7000 CZK (270 EUR) hat, weshalb hat er im Angebot noch weitere 30 Modelle? Will damit der Hersteller der Marke Hecht, die Firma Werco, etwa sagen, dass die anderen Rasenmäher für den höheren Preis in etwas besser sind als das von dTest geprüfte Modell? Sagt uns ein Hecht-Verkäufer, beim Blick auf einen Hecht-Rasenmäher für 14 Tausend (540 EUR), den sollten Sie nicht kaufen, der ist überteuert, kaufen sie den hier für 7000 CZK (270 EUR)?


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